Umweltentwicklung durch Neuordnung im ländlichen Raum
Herausforderungen im ländlichen Raum
Die Probleme des ländlichen Raums sind heute vielschichtig und betreffen sowohl die Menschen als auch die natürlichen Lebensgrundlagen.
Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören:
- Soziale Probleme: Entvölkerung ländlicher Regionen, mangelnde Auslastung der Infrastruktur sowie hohe Arbeitsbelastungen in der Landwirtschaft.
- Naturschutzprobleme: zunehmender Landschaftsverbrauch, intensive Landbewirtschaftung, Rückgang der Artenvielfalt, steigender Erholungsdruck und fortschreitende Zersiedlung der Landschaft.
- Boden- und Gewässerschutz: Verlust der Bodenfruchtbarkeit, Belastung von Böden, Wind- und Wassererosion, Flächenversiegelung sowie Verunreinigungen des Grundwassers durch Nitrat, Pflanzenschutzmittel und andere Stoffe.
Für die nachhaltige und ganzheitliche Lösung dieser Herausforderungen bietet die Flurbereinigung auch heute ein bewährtes Instrument der Bodenordnung. Sie ermöglicht die sinnvolle Abstimmung unterschiedlicher Nutzungsansprüche und Interessen im ländlichen Raum.
Ein modernes und flexibles Instrument
Die Flurbereinigung ist ein dynamisches und anpassungsfähiges Instrument der Landentwicklung.
Durch unterschiedliche Verfahrensarten können Maßnahmen bedarfsgerecht, wirtschaftlich und praxisnah umgesetzt werden. Dabei arbeiten Grundstückseigentümer, Gemeinden, landwirtschaftliche Berufsvertretungen, Träger öffentlicher Belange sowie Naturschutzverbände eng zusammen.
Ziel ist die umweltgerechte Neugestaltung des ländlichen Grundbesitzes unter Berücksichtigung aller betroffenen Interessen.
Aufgaben der modernen Flurbereinigung
Die moderne, umweltorientierte Flurbereinigung leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums.
- Sie erhält die Funktionsfähigkeit ländlicher Räume, stärkt Dörfer und unterstützt eine bäuerlich geprägte Landwirtschaft.
- Sie verbessert die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ländlichen Bevölkerung.
- Sie fördert die Infrastruktur des ländlichen Raums und koordiniert unterschiedliche Planungen und Nutzungsansprüche.
- Sie berücksichtigt ökologische Anforderungen, stärkt den Boden- und Erosionsschutz und wirkt einer weiteren Flächenversiegelung entgegen.
- Sie unterstützt die Sicherung, Erweiterung und Neuschaffung von Wasser-, Landschafts- und Naturschutzgebieten.
- Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.
- Sie ermöglicht eine umweltverträgliche Landbewirtschaftung und stärkt zugleich die Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe im europäischen Binnenmarkt.
- Sie schafft klare und geordnete rechtliche Verhältnisse im ländlichen Grundbesitz.
Forderungen des BTB
Um die zukünftigen Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können, fordert der BTB geeignete politische und organisatorische Rahmenbedingungen.
- Die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums muss als gemeinsame Verantwortung von Politik, Verwaltung und allen Beteiligten verstanden werden.
- Die Eigenständigkeit der Flurbereinigungsbehörden muss erhalten bleiben, um Fachkompetenz, Neutralität und Unparteilichkeit bei konkurrierenden Nutzungsansprüchen sicherzustellen.
- Flurbereinigungsbehörden müssen angemessen an den Haushaltsmitteln beteiligt werden, die aus Umweltabgaben zur Finanzierung entsprechender Aufgaben zur Verfügung stehen.
- Die Personal-, Finanz- und Sachausstattung der Behörden muss den wachsenden Anforderungen angepasst werden.
- Die Beschäftigten benötigen eine ausbildungs-, leistungs- und funktionsgerechte Bezahlung.
- Vorhandene Stellenplanobergrenzen und Möglichkeiten der Funktionsgruppenverordnung müssen konsequent ausgeschöpft werden.
- Zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses sind Anwärtersonderzuschläge, attraktivere Laufbahnstrukturen, höhere Eingangsämter sowie weitere Verbesserungen im Besoldungs- und Tarifrecht erforderlich.
- Die Aus- und Fortbildung der Beschäftigten, insbesondere im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz, muss weiter ausgebaut werden.
Die Flurbereinigung bleibt ein unverzichtbares Instrument für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums sowie für den Ausgleich von ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen.

