Interview mit dem Landesvorsitzenden des BTB Thüringen Frank Schönborn
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Fotos von Fotowerkstatt Michael Voigt


Herr Schönborn,
seit dem 13.04.2015 sind Sie stellv. Landesvorsitzender des tbb beamtenbund und tarifunion thüringen. Im Namen der Landesleitung des tbb gratuliere ich Ihnen zur Wahl.
 
Was hat Sie bewogen, für den stellv. Landesvorsitzenden zu kandidieren?

Der wichtigste Punkt für die Entscheidung war der Rückhalt und die Unterstützung meiner Familie. Mein Bauchgefühl und mein bisheriger Werdegang in der Gewerkschafts- und Personalratsarbeit haben den Hauptausschlag für die Entscheidung gegeben.
Der Landesvorstand des BTB Thüringen und Menschen die meine persönliche Entwicklung begleitet haben, unterstützten mich bei der Entscheidung.

Sie sind 44 Jahre alt, wie war ihr beruflicher Werdegang?

Nach meinem Studium des Vermessungswesens in Dresden war ich von 1996 – 1998 Angestellter im Flurneuordnungsamt Gotha. Nach meiner Anwärterzeit im Land Brandenburg, wurde ich Sachbearbeiter im Widerspruchsdezernat im damaligen Thüringer Landesvermessungsamt. Durch die Katasterreform im Jahr 2004 wechselte ich wieder zurück zum Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha, wo ich als Sachbearbeiter in der Bodenordnung tätig bin.

Welche Aufgaben hat ein Sachbearbeiter denn heute, hier hat sich doch in den letzten Jahren viel verändert?

Das Flurbereinigungsgesetz – unsere Arbeitsfibel – hat sich in den Grundzügen seit den 70iger Jahren nicht geändert. Die techn. Entwicklungen haben in den letzten 20 Jahren eine enorme Entwicklung genommen. Durch den Stellenabbaupfad in Thüringen und den Nachwuchsmangel in unserer Verwaltung fehlen Innovationen und Veränderungsprozesse kommen nur schwer in Gang. Die Arbeitsverdichtung hat sich für jeden Beschäftigten in den letzten Jahren enorm erhöht.

Welche Funktionen haben Sie in Ihrem gewerkschaftlichen- und Personalratsleben bereits begleitet?

Ich bin seit 2002 Mitglied im BTB Thüringen. 2006 wurde ich zum Fachgruppenvorsitzenden der Fachgruppe Landentwicklung gewählt.  Im Jahr 2009 erfolgte die Wahl zum damals jüngsten Landesvorsitzenden der BTB Landesgliederungen.
Seit dieser Zeit bin ich Mitglied in Landeshauptvorstand des tbb und im Bundesvorstand des BTB. Auf Bundesebene nehme ich, sobald es die Zeit erlaubt, noch an den Sitzungen des Bundesarbeitskreises Landentwicklung teil.
In der Personalratsarbeit bin ich seit 2002 in verschiedenen Funktionen in örtlichen- und Gesamtpersonalräten tätig. Mit der überraschenden Wahl im September 2014 zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Hauptpersonalräte habe ich ein Betätigungsfeld gefunden, welches mir persönlich eine berufliche Erfüllung gibt. Seit der Neuwahl des Hauptpersonalrates im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft im Mai 2015 nehme ich dort die Funktion des stellv. Vorsitzenden war.
 
Welche Ziele verfolgen Sie als neuer stv. Landesvorsitzender?

Ich werde versuchen die Vorschusslorbeeren mit ehrlicher Verbandsarbeit zurückzuzahlen. Mein Wunsch ist es, das Ansehen des öffentlichen Dienstes in unserer Gesellschaft zu verbessern. In Zeiten gesellschaftlicher Veränderungsprozesse ist es wichtig, die Mitarbeiter bei Reformvorhaben mitzunehmen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das starre Korsett der Hierarchie des öffentlichen Dienstes aufgebrochen wird. Es muss zukünftig eine Stärken- und Talentorientierung beim Personaleinsatz und der Personalentwicklung im Vordergrund stehen.
Des Weiteren liegt mir die Ausbildung im öffentlichen Dienst sehr am Herzen. Hier geht es um unsere Zukunft.

Thüringer Beamtenbund

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Neue Landesleitung mit dem dbb Vorsitzenden v.l.n.r.
Mareike Klostermann, Frank Schönborn, Helmut Liebermann, Andreas Schiene, Klaus Dauderstädt, Uwe Köhler, Birgit Drischmann

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Fotos von Fotowerkstatt Michael Voigt (http://voigt.photography/)