BTB Thüringen blickt auf 25 Jahre Gewerkschaftsarbeit zurück

Mit dem Landesgewerkschaftstag am 17.09.2015 im Augustinerkloster in Erfurt feiert der BTB Thüringen sein 25-jähriges Bestehen.
   
Der Landesvorsitzende des BTB Thüringen, Frank Schönborn, konnte die Delegierten und zahlreichen Gäste aus Gewerkschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft zur öffentlichen Veranstaltung des Landesgewerkschaftstages begrüßen.
 
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Zentrale Stellung technisch-naturwissenschaftliche Fachverwaltungen
Frank Schönborn betrachtete in seiner Rede die technisch-naturwissenschaftlichen Verwaltungen im öffentlichen Dienst im Fokus der Vergangenheit und in den Herausforderungen der heutigen Zeit. Er hob hervor, dass die Fachverwaltungen in Thüringen in ihrer Arbeitsweise effektiv und geräuschlos sind und wesentlich zu einer funktionierenden Verwaltung beitragen. Das sei jedoch oftmals Fluch und Segen zugleich.
Der Landesvorsitzende erklärte, dass trotz sinkenden Personalbestandes, erhöhtem Arbeitsvolumens und fehlenden Personalentwicklungskonzepten in den Thüringer Fachverwaltungen hervorragende Arbeit geleistet wird.
Er appellierte an die Vertreter der Landespolitik den Trend des Personalabbaus entgegenzuwirken und verlangte für alle Beschäftigen in den technisch-naturwissenschaftlichen Verwaltungen eine faire Bezahlung.
Schönborn forderte unter Verweis auf andere Bundesländer den Freistaat auf, Lösungen zum demographischen Wandel, zu mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen und dem künftigen Fachkräftemangel entgegenwirken. Hierzu begehrte er auch neue Denkansätze zu verschiedenen Sachthemen wie Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeits-(zeit)-modelle, Anpassung der Aufgabenstandards an das vorhandene Personal, Ausbildung, modernes Dienst und Personalvertretungsrecht, etc.. Die Landesregierung wurde aufgefordert sich zum Berufsbeamtentum zu bekennen und somit eine zentrale Forderung des BTB umzusetzen.
Herr Schönborn gab zu verstehen, dass der BTB Thüringen auch in Zukunft zu Sachthemen wie Funktional- und Gebietsreform oder auch zur Flüchtlingsaufnahme mit Offenheit und Transparenz Stellung beziehen wird und sich nicht davor scheuen will, aktiv und konstruktiv die Interessen der Bediensteten der technisch-naturwissenschaftlichen Verwaltungen zu vertreten.
Mit Stolz blickte der Landesvorsitzende auf die erfolgreiche Entwicklung des BTB Thüringen der letzten 25 Jahre zurück und sieht mit viel Ansporn den kommenden Aufgaben entgegen.

Grußworte des Staatssekretärs und der Landtagsfraktionen

Der Staatssekretär des TMIL Herr Dr. Sühl übermittelte Grüße der Ministerin Frau Keller und schätzte den Wert des BTB so wie dieser sich für die Belange der Beschäftigten einsetze. Dr. Sühl sprach über aktuelle politische Herausforderungen wie Funktional- und Gebietsreform sowie Flüchtlingskrise. Er analysierte die neuen Herausforderungen für die Kataster- und Vermessungsverwaltung und unterstrich die Schlüsselrolle der Geobasisdaten für die Zukunft. Auf die Strukturen des ländlichen Raumes im Freistaat Thüringen sowie die Herausforderungen und das Aufgabenprofil der Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung wurde eingegangen.
Sein ausdrücklicher Dank gilt allen Beschäftigten für die geleistete Arbeit in der Vergangenheit. Für die Zukunft wünscht sich Herr Dr. Sühl eine enge und transparente Zusammenarbeit mit den Beschäftigten und deren Vertretungen, um eine breite Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu erreichen.
Der Staatssekretär stellte klar, dass Privatisierungen nicht das Ziel seiner politischen Gesinnung sind.
 
2 Dr. Klaus Sühl Staatsekretär im TMIL
Die Sprecher der Landtagsfraktionen stellten alle samt fest, dass in der heutigen Zeit eine angemessene gewerkschaftliche Vertretung der Beschäftigten wichtiger denn je sei. Gewerkschaftsarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft. Es wurde unterstrichen, dass in Zeiten des Demographiewandels, der wachsenden Herausforderungen in der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie und der Flexibilisierung des Arbeitslebens zeitgemäße Arbeitsmodelle wie Telearbeit, neue Arbeitszeitmodelle und ein aktives Gesundheitsmanagement für eine moderne Verwaltung unabdinglich und längst überfällig sind.

Liebermann sieht BTB Thüringen als echte „Hausnummer“
Der Vorsitzende des tbb, Horst Liebermann, fordert die Verbesserung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes. Um die aktuellen Herausforderungen bewältigen zu können, bedarf es eines starken Staates.
Mit sinkendem Personalkörper kann ohne Aufgabenverzicht nicht auf Dauer die gleiche Arbeit geleistet werden. Das gefährde die Gesundheit der Beschäftigten. Liebermann betonte, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst nicht die Sparbüchse der Gesellschaft seien dürfen.
Der tbb-Vorsitzende hob die Bedeutung des BTB in Thüringen hervor, lobte dessen Arbeit, die Vernetzung in vielen Verwaltungen und die politischen Aktivitäten.
Seine Wertschätzung und sein Respekt für die gewerkschaftliche Arbeit des BTB, wird auch in der Tatsache begründet, dass Schönborn einer seiner Stellvertreter ist.
Die politischen Vertreter des Thüringer Landtages mussten sich Kritik bezüglich der zögerlichen Übertragung des Tarifergebnisses auf die Thüringer Beamtinnen und Beamten gefallen lassen. Liebermann forderte zügiges Handeln.
3 Helmut Liebermann Landesvorsitzender tbb, Frank Schönborn

Wertschätzung durch Bundesvorsitzenden
Der neu gewählte Bundesvorsitzende des BTB, Jan Seidel, gratulierte aufrichtig zum 25-jährigen Bestehen des BTB Thüringen und lobte die Arbeit im Land und den zahlreichen Arbeitskreisen auf Bundesebene. Die positive Mitgliederentwicklung sei Indiz für gute gewerkschaftliche Arbeit und Ansporn zugleich.
Für eine zukunftsfähige Gestaltung im Freistaat bedarf es auch weiterhin einer starken Kataster- und Vermessungsverwaltung sowie einer gut aufgestellten Flurbereinigungsbehörde. Auch andere Fachverwaltungen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich gehören zum Rückrad einer funktionierenden Gesellschaft.
Seidel merkte an, dass den Lobesreden der Politiker zugunsten der geleisteten Arbeit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst nun auch Taten folgen müssen. Es fehle sonst an der Glaubwürdigkeit der Wertschätzung den Beschäftigten gegenüber. Eine langfristige Personalplanung sei unabdinglich.
Seidel berichtete vom aktuellen Umgang mit der Asylproblematik über die Grenzen Thüringens hinaus und warf dem Staat teilweise Versagen vor.
Seidel wünscht dem BTB Thüringen auch in Zukunft erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit.
4 Jan Seidel BTB Bundesvorsitzender

Festrede vom Ehrenvorsitzenden des tbb
Andreas Witschel, Ehrenvorsitzender des tbb, blickte in seiner Festrede auf 25 Jahre erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit zurück. Dabei stellte er dem BTB Thüringen das Zeugnis vom aktiven Mitgestalter der technisch-naturwissenschaftlichen Verwaltung aus.
Mit Episoden von 1990 bis in das Jahr 2015 erinnerte der Ehrenvorsitzende an manche Veranstaltung, Begegnung und politische Auseinandersetzung. Als verlässlicher Partner, kompetenter Ratgeber, guter Freund und Pionier der ersten Stunden bezeichnete Andreas Witschel das Wirken von Frank Fielitz.
Witschel beschreibt den BTB Thüringen mit folgenden Worten:
„25 Jahre BTB in Thüringen, das sind 25 Jahre engagierte und kompetente Berufsvertretung im Bereich der technischen Verwaltung, BTB das ist ambitionierte berufspolitische Interessensvertretung der Techniker und Ingenieure im öffentlichen Dienst unseres Landes.“
5 Andreas Witschel, Ehrenvorsitzender tbb

Ehrungen
Begleitet von viel Respekt, tiefen Emotionen, großer Anerkennung und aufrichtigen Beifall wurde Günter Frauendorf durch den Landesvorsitzenden Frank Schönborn für seine herausragenden Tätigkeiten im BTB Thüringen mit der Ehrenmedaille des tbb ausgezeichnet. Frauendorf war über viele Jahre als Vertreter der Angestellten auf Landes- und Bundesebene für den BTB tätig. Mit seinen Erfahrungen aus verschiedenen Personalvertretungen war er für die Beschäftigten stets ein sehr gefragter und geschätzter Ansprechpartner sowie Interessensvertreter. Zuletzt begleitete Frauendorf das Amt der Seniorenvertretung, welches er jedoch aus persönlichen Gründen im Jahr 2014 niederlegen musste.
Günter Frauendorf wurde zusätzlich für seine 25-jährige Gewerkschaftszugehörigkeit ausgezeichnet.
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Frank Schönborn mit Günter Frauendorf,  Verleihung der Ehrenmedaille des tbb

Für 25 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit wurden außerdem ausgezeichnet: Frank Fielitz, Uwe Käppel, Heiko Naumann, Eckhard Kölbel und Bärbel Atrat.
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v.l.n.r. Uwe Käppel, Günter Frauendorf, Heiko Naumann , 25 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit

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Frank Fielitz, Ehrenvorsitzender BTB Thüringen, 25 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit

Allen geehrten Mitgliedern nochmals herzlichen Glückwunsch!
 
Der Landesvorsitzende bedankte sich bei den Delegierten und den Gästen für ihr Erscheinen zur Festveranstaltung und hofft auch in Zukunft auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
  
Steffen Steinbrück
BTB Thüringen

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